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 5. RTB-KSB-Neujahrstreffen 

Von: Dr. Claudia Pauli / Richard Dohmen

18.01.10 14:22 Alter: 232 Tage

v.l.n.r.: Uli Heimann (Vorsitzender des Kreissportbundes des Rheinisch-Bergischen Kreises); Hans-Jürgen Zacharias (Präsident des Rheinischen Turnerbundes); Prof. Dr. Ulrike Burrmann (Institut für Sport und Sportwissenschaft der TU Dortmund); Wolfgang Bosbach (MdB - Vorsitzender des Innenausschusses)

"Potenziale nutzen" hätte das Motto des äußerst kurzweilig gestalteten Neujahrstreffens 2010 am 17. Januar 2010 lauten können. Der Rheinische Turnerbund (RTB) und der Kreissportbund des Rheinisch-Bergischen Kreises (KSB) hatten ihre Gäste zum Jahresbeginn in die Halle 2 der Rheinischen Landesturnschule in Bergisch Gladbach geladen.

Mit Grußworten von Wolfgang Bosbach (MdB) und Michael Buschmeyer (WTB-Präsident), die zum Nachdenken anregten, einem interessanten Kurzreferat zum Thema „Integrationspotenziale des Sports“ und Showauftritten mehrerer Spitzensportlerinnen und –sportler hatten sich die Organisatoren des fünften gemeinsamen Jahresempfangs von RTB und KSB ein abwechslungsreiches Programm überlegt.

Etwa 90 Gäste aus Sport und Politik waren der Einladung gefolgt und nutzten die Gelegenheit, sich vor Beginn der Veranstaltung ebenso wie nach dem offiziellen Teil über aktuelle Anliegen auszutauschen.

In seiner Begrüßung dankte Uli Heimann, der Vorsitzende des Kreissportbundes des Rheinisch-Bergischen Kreises, unter anderem Wolfgang Bosbach, Mitglied des Deutschen Bundestages und gebürtiger Bergisch Gladbacher, Rolf Menzel, dem Landrat des Rheinisch-Bergischen Kreises, die Landtagsabgeordneten Holger Müller und Rainer Deppe, Stefan Klett und Hans Pechtel als Vertreter des LandesSportBundes Nordrhein-Westfalen (LSB-NRW), dem WTB-Präsidenetn Michael Buschmeyer, den anwesenden Vertretern der Stadtverwaltungen in der Region, der Regionaldirektorin der Kreissparkasse Marianne Brochhaus für das fördernde Engagement ihres Hauses, sowie den zahlreichen Ehrenmitgliedern und –präsidenten bzw. –vorsitzenden für ihr Kommen.

Den Gastvortrag hielt in diesem Jahr Prof. Dr. Ulrike Burrmann vom Institut für Sport und Sportwissenschaft der TU Dortmund. Sie stellte zusammenfassend die Evaluation des Programms „Integration durch Sport“ vor, das der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) vor einigen Jahren ins Leben rief. Im Fokus ihrer Ausführungen standen Antworten auf die Fragen danach, welche besonderen Integrationspotenziale im (Vereins-)Sport vorhanden sind, und inwiefern diese Potenziale durch die Arbeit im Verein ausgeschöpft werden. Prof. Dr. Ulrike Burrmann zeigte unter anderem auf, dass hinsichtlich der Einbindung von Migrantinnen und Migranten in den vereinorganisierten Sport durchaus noch Potenzial besteht. Insgesamt werden bislang mehr Männer und Heranwachsende als Frauen und Ältere mit dem Programm „Integration durch Sport“ erreicht. Dabei besteht ein Zusammenhang zwischen dem Anteil von Migrantinnen und Migranten in einer Gruppe und der von dieser ausgeübten Sportart: Während z. B. in den Sportarten Fußball und Boxen vergleichsweise viele Menschen mit Migrationshintergrund aktiv sind (15 bzw. 12 Prozent), wird nur in drei Prozent aller Integrationsgruppen geturnt. Betrachtet man nur den Anteil der weiblichen Migranten in den Integrationsgruppen, differenziert nach Sportarten, so zeigt sich, dass dieser im Tanzsport (58 Prozent), in der Gymnastik (46) und im Turnen (28) sehr hoch ist.

RTB-Präsident Hans-Jürgen Zacharias folgerte entsprechend: „Wir müssen die Bevölkerung mit Migrationshintergrund noch stärker einbinden und zudem die Übungsleiter-Ausbildung für Migranten verstärken!“

Wolfgang Bosbach, Vorsitzender des Innenausschusses des Bundestages, ging in seinem Grußwort speziell auf die Themen „Doping“, „Sportbetrug“ und „Sicherheit im Fußball“ ein. Seiner Ansicht nach ist der Sport gefordert, die Probleme, mit denen er zu kämpfen hat, selbst zu lösen. „Mein sehnlichster Wunsch ist es, dass sich die Politik nicht in alles einmischt. Der Sport muss selbstbewusst und stark genug sein, um die Probleme alleine zu lösen. Die Politik darf nicht in allem Vorgaben machen“, meinte der CDU-Abgeordnete. So halte er auch von einem so genannten „Anti-Doping-Gesetz“, das viele forderten, nichts.

Einer „der herausragenden Punkte“, wie RTB-Präsident Hans-Jürgen Zacharias betonte, ist bei jedem Neujahrstreffen die Auszeichnung der besten Jubiläumsschriften. Basierend auf der Empfehlung des Deutschen Turner-Bundes (DTB), prämierte der RTB diesmal Festschriften des Turnverein 1908 Neunkirchen e. V. (1. Platz beim DTB-Wettbewerb für Jubiläumsschriften aus dem Jahr 2008 im Bereich RTB), des TSV 1858 Ründeroth e. V. (2. Platz) und des TV 08 Lohmar e. V. (3. Platz).

Abschließend machte Hans-Jürgen Zacharias auf bevorstehende Veranstaltungen aufmerksam, bei denen wichtige sportpolitische Entscheidungen getroffen werden: So z. B. beim außerordentlichen Deutschen Turntag des DTB in diesem Jahr, bei der Mitgliederversammlung des LSB-NRW, die in den Sportkongress (5./6. Februar 2010 in Bochum) eingebettet ist, und auch beim diesjährigen Verbandstag des RTB. „Möglicherweise wird dabei eine Satzungsänderung erfolgen. Wir überlegen derzeit, im Hinblick auf die Fusion zwischen Rheinischem und Westfälischem Turnerbund einige Steine aus dem Weg zu räumen und unsere Satzung an den Vorschlag für eine Satzung des neuen Turnverbandes NRW anzupassen“, erläuterte der RTB-Präsident. Zugleich wies Hans-Jürgen Zacharias auf das NRW-Turnfest im Jahr 2011 in Remscheid und Solingen hin, das – nach Gütersloh 2008 – das zweite gemeinsame von RTB und WTB sein wird. „Ich habe die Hoffnung, dass wir in diesem Zeitraum auch mit der Fusion einen erheblichen Schritt weiterkommen“, beendete er das 5. Neujahrstreffen von RTB und KSB.

Die Zusammenarbeit der verschiedenen Sportorganisationen in NRW nutzen RTB und KSB in Bergisch Gladbach, um die erforderlichen Dienstleistungen für die Vereine sicherzustellen. RTB und KSB bündeln ihre Kräfte in den Bereichen Qualifizierung und Beratung in einem Haus. Durch die Zusammenarbeit von KSB und RTB entstand in der Rheinischen Landesturnschule im Stadiongelände der BELKAW-Arena ein „Qualifizierungszentrum“ für den Sport.

Für „optische Leckerbissen“ an diesem Sonntagvormittag sorgten die siebenfache Deutsche Meisterin in der Rhythmischen Sportgymnastik von 2009, Annika Rejek (TSV Bayer 04 Leverkusen), mit einer Reifen- und einer Band-Kür sowie mehrere Bundeskaderathletinnen und –athleten des Kempener TV 1960, die auf zwei Trampolinen ihr Können demonstrierten.

Dr. Claudia Pauli, Richard Dohmen

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